Wer hatte nicht schon Bauchschmerzen und Blähungen, Durchfall oder Verstopfung? Bei den meisten ist das nur ein kurzfristiges Problem und geht rasch wieder vorüber. Für Reizdarmbetroffene sind diese Beschwerden jedoch dauerhafte Begleiter und schränken ihre Lebensqualität stark ein.

Das Reizdarmsyndrom - kurz RDS genannt - ist eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Etwa jede 7. erwachsene Person leidet an einem Reizdarmsyndrom. Frauen sind deutlich häufiger davon betroffen als Männer. Eine gründliche medizinische Abklärung durch den Haus- oder Facharzt ist wichtig, um andere Krankheiten, z.B. Zöliakie, Dickdarm-Divertikel, chronisch entzündliche Darmerkrankungen auszuschliessen.

Das Reizdarmsyndrom ist eine gutartige Erkrankung. Trotzdem ist sie für Betroffene äusserst unangenehm und belastend. Die Beschwerden können lebenslang auftreten, sie können aber auch abnehmen oder stärker werden.

Die Ursachen des Reizdarmsyndroms sind noch nicht vollständig geklärt, aber man geht heute davon aus, dass mehrere Faktoren an der Entstehung beteiligt sind. So zum Beispiel die Veranlagung, ein überempfindliches Darm-Nervensystem, eine verstärkte Bauch-Kopf-Kommunikation, ein verändertes Mikrobiom u.a. 

Beschwerden können innert 15 Minuten bis 3 Stunden nach dem Essen auftreten. Als häufigste Auslöser gelten Milchprodukte, Weizen, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch, scharfe Gewürze, bestimmte Früchte und/oder fettreiche Speisen. Häufig lassen Betroffene diese Lebensmittel einfach weg, manche verzichten in der Folge auf so viele Nahrungsmittel, dass sie an Gewicht verlieren und einen Nährstoffmangel riskieren.

Man hat herausgefunden, dass Reizdarmbetroffene auf bestimmte Zuckerbestandteile (FODMAPs) reagieren, die in verschiedenen Lebensmitteln natürlicherweise vorkommen. Ein Forschungsteam der Monash Universität in Australien konnte erstmals diesen Zusammenhang aufzeigen und hat eine Ernährungsstrategie entwickelt, wie Betroffene ihre Darmbeschwerden in den Griff kriegen. Die Erkenntnisse und die Erfahrungen haben die Forscher im sogenannten FODMAP-Konzept zusammengefasst. Klinische Studien bestätigen, dass bei etwa 70% der Betroffenen die Darmbeschwerden sich deutlich bessern.

Ein Videoclip auf youtube der Monash Universität erklärt einfach und verständlich, was FODMAPs sind und wie sie RDS-Symptome auslösen:
FODMAPS und RDS-Symptome (ca. 3 Minuten)

 

 

Reizdarm-Syndrom ...

... führt zu Beschwerden, ohne dass eine organische Ursache dafür vorliegt.

... verursacht Bauchschmerzen, Blähungen sowie Durchfall und/oder Verstopfung.

... kann die Lebensqualität stark einschränken.

… ist eine gutartige Krankheit, die therapierbar ist.

… wird vom Arzt mittels verschiedener Untersuchungen diagnostiziert.

                                                                                                                                                       

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                                                                                                                                                                 ©Zerbor/fotolia                                       

 

 

 

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