Wer hatte nicht schon Bauchschmerzen und Blähungen, Durchfall oder Verstopfung? Bei den meisten ist das nur ein kurzfristiges Problem und geht rasch wieder vorüber. Für Reizdarm-Betroffene sind diese Beschwerden jedoch dauerhafte Begleiter und schränken ihre Lebensqualität stark ein.

Das Reizdarm-Syndrom ist eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Etwa eine erwachsene Person von sieben leidet an einem Reizdarm-Syndrom. Frauen sind deutlich häufiger davon betroffen als Männer. Die Häufigkeit dieser Erkrankung hat in den letzten Jahren nicht zugenommen, aber immer mehr Betroffene sind bereit offen über ihre Probleme zu sprechen. Eine gründliche medizinische Abklärung durch den Haus- oder Facharzt ist wichtig, um andere Krankheiten, z.B. Zöliakie, Dickdarm-Divertikel, chronisch entzündliche Darmerkrankungen auszuschliessen.

Das Reizdarm-Syndrom ist eine gutartige Erkrankung. Trotzdem ist sie für Betroffene äusserst unangenehm und belastend. Die Beschwerden können lebenslang auftreten, sie können aber auch abnehmen oder stärker werden.

Die Ursachen des Reizdarm-Syndroms sind noch nicht vollständig geklärt, aber man geht heute davon aus, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen: Veranlagung, Umweltfaktoren, das Zusammenspiel des Nervensystems, Koordination der Darmmuskeln, Darminfekte, Mikrobiota (Darmflora) und die Ernährung. Reizdarm-Syndrom Betroffene reagieren offenbar viel empfindlicher auf Signale aus dem Darm. Sie fühlen sich rascher unwohl, nehmen Gase im Darm oder Schmerzen auf normale Dehnungsreize nach einer Mahlzeit schneller und stärker wahr. Die Darmmuskelaktivität kann verlangsamt oder verstärkt sein, was zu Durchfall oder Verstopfung führt.

Laut Untersuchungen berichten mehr als 60% der Reizdarm-Betroffenen, dass sie innert 15 Minuten bis 3 Stunden nach dem Essen Bauchbeschwerden haben. Als häufigste Auslöser gelten Milchprodukte, Weizen, Hülsenfrüchte, Koffein, Bier und Wein, bestimmte Fleischsorten, Kohl, Zwiebeln, scharfe Gewürze, fettreiche Speisen und Geräuchertes. Häufig lassen Betroffene diese Lebensmittel einfach weg, manche verzichten aber auf so viele Nahrungsmittel, dass sie Gewicht verlieren und einen Nährstoffmangel riskieren.

Bestimmte Inhaltsstoffe in den Lebensmitteln sind nicht die Ursache des Reizdarm-Syndroms, aber sie gelten als „Trigger“ und können Beschwerden auslösen. Ein Forschungsteam der Monash Universität in Australien konnte erstmals diesen Zusammenhang aufzeigen und hat eine Strategie entwickelt, wie eine bestimmte Ernährungstherapie bei Reizdarmbeschwerden helfen kann. Die Erkenntnisse und die Erfahrungen haben die Forscher im sogenannten FODMAP-Konzept zusammengefasst.

Einfach und verständlich erklärt ein Videoclip auf youtube der Monash Universität, was FODMAPs sind und wie sie RDS-Symptome auslösen:
FODMAPS und RDS-Symptome (ca. 3 Minuten)

 

 

Reizdarm-Syndrom ...

... führt zu Beschwerden, ohne dass eine organische Ursache dafür vorliegt.

... verursacht Bauchschmerzen, Blähungen sowie Durchfall und/oder Verstopfung.

... kann die Lebensqualität stark einschränken.

… ist eine gutartige Krankheit, die therapierbar ist.

… wird vom Arzt aufgrund verschiedener Untersuchungen diagnostiziert.

                                                                                                                                                       

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